Ausschreibung Diplomarbeit für Studenten/innen der Biologie
und Geologie
Systematik und phylogenetische Beziehungen miozäner Zahnkärpflinge
(Cyprinodontiformes) aus Ekuador
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Übersicht: Zahnkärpflinge umfassen acht Familien mit 88 Gattungen
und 807 Arten, die in allen aquatischen Lebensräumen auf fast allen
Kontinenten (außer Australien) vorkommen. Die eierlegenden Zahnkärpflinge
(Cyprinodontidae) umfassen meist kleiner (5-6 cm) Fische tropischer
bis gemäßigter Klimazonen. Die größten Vertreter
kommen in Süd- und Mittelamerika vor. Die meisten Arten stammen
aus saisonalen Gewässern im Norden der USA und Teilen Afrikas.?Die
lebendgebärenden Zahnkärpflinge (Poeciliidae) dagegen waren
ursprünglich auf Amerika beschränkt. Einige Arten wurden inzwischen
aber auch in andere Regionen verschleppt.
Der Fossilnachweis der Gruppe reicht bis in das mittlere Eozän
(etwa 45 Millionen Jahre) zurück. Komplette Skelette sind aus einer
Vielzahl europäischer und nordamerikanischer Lokalitäten bekannt.
Dagegen ist der Fossilnachweis dieser Gruppe in Süd- und Mittelamerika
sehr unvollständig.
Das Material für dieses Projekt stammt aus miozänen Mergeln
der San Cayeto Fm. im Loja-Becken aus S Ekuador, deren Alter auf 12
Millionen Jahre datiert wurde. Das Miozän ist in der Entwicklung
moderner Knochenfische eine wichtige Zeit und in Europas Ebenen und
tektonischen Becken wurden zu dieser Zeit gewaltige Sediment-Massen
abgelagert, die hochdiverse Fischfaunen lieferten und wesentlich zu
unserem Verständnis über ihre Evolution und Verbreitung cyprinodontiformer
Fische beigetragen haben. Dagegen sind Knochenfische aus dem Miozän
Amerikas und ihre palaäogeographischen Beziehungen sehr unzureichend
bekannt.
Ziele der Arbeit: Ziele der Arbeit sind eine taxonomische Untersuchung
und Beschreibung der Fische aus dieser Lokalität. Ihre systematische
Stellung innerhalb der Cyprinodontiformes und ihre Beziehungen zu ähnlichen
Formen sollen anhand von Literaturvergleich und Vergleichsmaterial in
der Sammlung des Museums geklärt werden. Zusätzlich soll ein
allgemeiner Überblick über die Verbreitung cyprinodonter Fische
gegeben werden und die Verbreitungs- und Diversitätsmuster vom
Miozän bis heute analysiert werden. Im oberen Miozän ist ein
allgemeiner Trend zu Endemismen-Bildung bei Invertebraten im ost-pazifischen
Raum feststellbar. Mögliche Endemismusmuster cyprinodonter Fische
sollen vor dem Hintergrund vikarianter paläogeograpischer Ereignisse
diskutiert werden.
Anforderungen: Interesse an taxonomisch-systematischer Arbeit und gute
phylogenetische Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Kontakt:
Dr. Jürgen Kriwet
Durchwahl: +49 (0) 30-2093-8820
E-Mail: juergen.kriwet@museum.hu-berlin.de
Homepage: www.kriwet.com